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Leitfaden Auswahl Hindernisfeuer

Auswahlhilfe

Die Empfehlungen dieses Leitfadens dienen Ihrer Information zur Realisierung von Projekten im Bereich Hindernisbefeuerung. Anwendungsspezifisch können weitere, darüber hinausgehende Regelungen gelten. DeWiTec unterstützt Sie gerne bei Ihren Projekten.

 

I Identifikation des erforderlichen Feuertyps

II Auswahl des entsprechenden Feuermodels

III Vorschriftskonforme Anordnung

IV Fachgerechte Installation

 

Hindernisbefeuerungen dienen der Kenntlichmachung von Gefahrenstellen für die Luftfahrt. Gerade unter Schlechtwetterbedingungen müssen sich Luftfahrzeugführer auf die korrekte Funktion der Hindernisbefeuerungssysteme verlassen.

Der Markierung und Befeuerung ("Beleuchtung") von Luftfahrthindernissen liegen verschiedene Regularien und Vorschriften zu Grunde. Internationale Regelwerke der Internationalen Zivilen Luftfahrtorganisation finden genau so Anwendung wie die Allgemeine Verwaltungsvorschrift der zuständigen Aufsichtsbehörde.

 

Zu befeuernde Luftfahrthindernisse

 

  • Innerhalb  von Städten bzw. dicht besiedeltem Gebiet ab Höhe über 150 m über Grund
  • Ausserhalb von Städten bzw. dicht besiedeltem Gebiet ab Höhe über 100 m über Grund
  • Zum Schutz tief fliegender Luftfahrzeuge (z.B. Arbeits-, Militär- und Rettungsflüge und in der Nähe von Flughäfen / Landeplätzen) kann die Kennzeichnung von Hindernissen auch in geringeren Höhen erforderlich sein

 

 

 

I Identifikation des erforderlichen Feuertyps

 

Hinweis für Installateure: Häufig ist der erforderliche Feuertyp bereits in den Ausschreibungs- oder Auftragsunterlagen genannt.

 

Tabelle 1: Identifikation des erforderlichen Feuertyps
 Feuertyp Farbe Signaltyp
(Blitzrate)
Spitzenintensität Höhe des
Hindernisses
Tag Dämmerung Nacht
Niederleistung
Typ A
Rot Dauer-Ein N/A > 10 cd < 45 m
Niederleistung
Typ B
> 32 cd
Mittelleistung
Typ A
Weiß 20 - 60 Blitze pro Minute 20 000 cd ± 25% 2 000 cd ± 25%           45 - 150 m
Mittelleistung
Typ B:
Gefahrenfeuer
Rot N/A
Mittelleistung
Typ C
Dauer-Ein
Hochleistung
Typ A
Weiß 20 - 60 Blitze pro Minute 200 000 cd ± 25%       20 000 cd ± 25% 2 000 cd ± 25% > 150 m
Hochleistung
Typ B
100 000 cd ± 25%

 

  • Ausschlag gebend für die Wahl des korrekten Hindernisfeuertyps ist die Höhe des zu befeuernden Objektes sowie die Betriebszeit (Tag / Nacht / Dämmerung).
  • Weitere Faktoren sind der Standort, Umweltfaktoren, der vorhandene Luftverkehr sowie andere in der Umgebung installierte Lichtquellen.
  • Resultierend aus der Betriebszeit kann die Installation einer automatischen Helligkeitsregelung erforderlich sein.
  • Je nach Anwendung kann ein Doppelhindernisfeuer erforderlich sein, wenn eine erhöhte Ausfallsicherheit gefordert ist.
  • Gefahrenfeuer sind nur bei besonders beeinträchtigter Hindernisfreiheit anzubringen, bei Bauwerken über 100 m Höhe über Grund oder Wasser jedoch stets, wenn eine Befeuerung des höchsten Punktes aus technischen Gründen nicht erfolgen kann und der unbefeuerte Teil das Gefahrenfeuer um mehr als 15 m überragt.
  • Gefahrenfeuer können darüber hinaus auch zur Tageskennzeichnung anstatt farbiger Markierung verwendet werden. Hierdurch lässt sich der Installations- und Instandhaltungsaufwand meist erheblich reduzieren, wodurch eine Gefahrenfeueranlage kosteneffizient betrieben werden kann.
  • Bei Installationen, die zu Wartungszwecken nur schwer zugänglich sind, kann die Wahl eines Doppelhindernisfeuers mit automatischer Umschaltung sinnvoll sein. Der Einsatz eines Gesteuerten- und Überwachten Systems ist sinnvoll, um Rückmeldungen über den Betriebsstatus zu erhalten.
  • Bei Feuern mit langer Lebensdauer des Leuchtmittels (z. B. LED) ist ein Reserveleuchtmittel nicht erforderlich, wenn die Betriebsdauer erfasst wird und das Leuchtmittel nach Erreichen des Punktes mit 5 % Ausfallwahrscheinlichkeit ausgetauscht wird.
  • Hochleistungs-Hindernisfeuer sollten durchgehend mittels eines automatischen Kontrollsystems überwacht oder einmal alle 24 Stunden visuell geprüft werden.

 

 

II Auswahl des entsprechenden Feuermodels

 

  • DeWiTec bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Hindernisfeuermodelle und –optionen und deckt so alle Anwendungen in Nieder-, Mittel- und Hochleistung ab.
 Die Einheiten sind einfach zu installieren und erfordern wenig Wartung.

 

Tabelle 2: Auswahl des entsprechenden Feuermodells
Feuertyp Anwendung

Entsprechendes Feuermodell

Niederleistung
Typ A
Verwendung einzeln oder mehrfach, wenn nur Nachtkennzeichnung erforderlich ist.
Niederleistung
Typ B
Nachtkennzeichnungen in Umgebungen, wo die Wahrnehmbarkeit des Typs A merklich durch andere Lichtquellen beeinträchtigt wird.
Mittelleistung
Typ A
Verwendung bei Tag, Dämmerung und Nacht mit Helligkeitssteuerung.
Mittelleistung
Typ B:
Gefahrenfeuer
Verwendung bei Nacht in Kombination mit Nieder- oder Hochleistungsfeuern als Dualsystem.
Mittelleistung
Typ C
Verwendung bei Nacht, wenn Umweltfaktoren die Installation von weißen oder blitzenden Signalen verhindern, z.B. in städtischem Gebiet.
Hochleistung
Typ A
Verwendung bei Tag, Dämmerung und Nacht mit Helligkeitssteuerung.
Hochleistung
Typ B

 

 

 

III Vorschriftskonforme Anordnung

 

  • Die Hindernisbefeuerung muss aus allen Richtungen sichtbar sein.
  • Hindernisfeuer sollten generell so nah wie möglich am höchsten Punkt des Hindernisses installiert werden.

Hindernisbefeuerung komplexer Objekte

  • Bei großflächigen Objekten oder Gruppen eng aneinanderliegender Objekte, sind die Hindernisfeuer so anzuordnen, dass die Konturen des Objektes erkennbar sind. Das Darstellen gerader Linien und der Ecken ist hilfreich. Unterstützend kann die Synchronisierung blitzender Feuer sein, z.B. über GPS-Module.

 

GPS Synchronisierung Hindernisbefeuerung

 

  • Die Höhe des Objekts bestimmt die Anzahl der zu befeuernden Levels: Der Abstand zwischen zwei Levels sollte 45 m nicht überschreiten:
    Anzahl der Levels N = Höhe des Objektes Y / Maximaler Abstand der Level X
  • Kann das Hindernisfeuer aus technischen Gründen nicht am höchsten Punkt angebracht werden, darf der unbefeuerte Teil des Hindernisses das Feuer um höchstens 15 m überragen
  • Bei Schornseitenen sollten die höchsten Feuer im Abstand von 1,5 bis 3 m vom höchsten Punkt installiert werden um Beinträchtigungen durch Rauch zu minimieren. Die Hindernisbefeuerung muss weiterhin aus allen Richtungen sichtbar sein.

Niederleistungs-Hindernisbefeuerung Typische Anwendungen

  • Für eine Gruppe von Gebäuden oder Bäumen sind Mittelleistungshindernisfeuer vorzusehen.

Mittelleistungs-Hindernisbefeuerung Typische Anwendungen

  • Die Anzahl von Hochleistungs-Hindernisfeuer pro Level ist abhängig vom Durchmesser des zu befeuernden Objektes um die Sichtbarkeit aus allen Richtungen zu ermöglichen. Richtwerte können Sie die der folgenden Tabelle entnehmen:

 

 

Tabelle 3: Anzahl Feuer pro Level
Durchmesser Anzahl
6 m oder weniger 3
6 m bis 30 m 4
30 m bis 60 m 6
mehr als 60 m 8

 

 

 

IV Fachgerechte Installation

 

  • Die fachgerechte Montage und der elektrische Anschluss sollten nur durch Personen mit einer Ausbildung und Erfahrung im Bereich Elektrotechink erfolgen.
  • Je nach Höhe des zu befeuernden Objektes kann eine Ausbildung zum Arbeiten in großer Höhe sowie persönliche Schutzausrüstung inkl. Absturzsicherung erforderlich sein.
  • Abhängig vom Anwendungsfall ist eine Ersatzstromversorgung vorzusehen. Unterbrechungen sollten nicht länger als 2 Minuten andauern.

 

Gerne unterstützen die erfahrenen Monteure der DeWiTec Sie bei der fachgerechten Installation.